Kerzenlichtfeier mit viel Herzwärme

Die diesjährige Kerzenlichtfeier führte uns ins idyllische Dörfchen Serneus. Unsere Co-Präsidentinnen Anita Wehrli und Barbara Schneider durften 31 Mitglieder und Interessentinnen willkommen heissen. Um den grossen Dorfbrunnen versammelt, feierten wir die Kerzenlichtfeier im Gedenken an die Gründerin Dr. Lena Madesin Philips und die Gründerländer von 1930. Dank ihnen ist das heute weltumspannende Mitgliedernetzwerk entstanden. Für jeden Kontinent und dessen Länder zündeten wir eine Kerze an, die in Papierlaternen schwimmend im Wasser erstrahlten. Wir riefen uns die Ziele und den Zweck des BPW Netzwerkes in Erinnerung und unserer Werte, die wir nach aussen tragen wollen.

In diesem Jahr entzündeten wir weitere Kerze für Eva Waldburger, die als Grossrätin kandidiert, für Françoise Stahel, Madame Engadin Skimarathon, die als einzige Frau dieses Jahr zum 50. Mal den Engadiner Langlaufmarathon bestreiten wird, unsere Young BPW Bianca Giuri, die ihre eigene Firma gegründet hat, für Ursula Schmid, für ihr Mitwirken bei BPW Switzerland in den Arbeitsgruppen Mentoring und Website/Datenbank und die letzte Kerze leuchtete für alle Mitglieder, um deren Wünsche an diesem Abend wahr werden zu lassen.

Anschliessend genossen wir ein köstliches asiatisches Menü bei Renée und Al Thöny im Restaurant Gotschna Serneus.


Renée Thöny, gebürtige Philippinin, erzählte uns aus ihrem Leben in der Schweiz und erläuterte, wie sie die Klischees über ihre Herkunft überwunden hat. Renée studierte an der Philippine Universität Hotel & Restaurant Administration. Sie lernte Al Thöny in Manila kennen, als sie beide im gleichen Hotel arbeiteten. Erst später aber, als sie sich in Hong Kong per Zufall wieder begegneten, verliebten sie sich ineinander.

Wenn sie von ihren Landsfrauen angesprochen wird, wie sie zu einem Schweizer Mann gekommen und das Gegenüber überzeugt sei, dass sie ihn sicher in einer Bar aufgegabelt habe, beantwortet Thöny die Frage nur mit einem Lächeln. Über all den Klischees, vorgefassten Meinungen und Vorurteilen, mit denen sie konfrontiert wird, kann sie heute stehen. „Ich nehme es nicht mehr persönlich, wenn ich die Türe öffne und jemand mich als „maid“ anspricht und fragt, ob der Hausherr zu sprechen sei. Ich kann die Menschen verstehen, die in ihrer Welt das glauben, was sie glauben, weil ich gewachsen bin und weiss, wer ich bin,“ erzählt Thöny. Sie erläutert auch, wie gut sie von vielen Einheimischen aufgenommen wurde und dass sie die ersten Prättigauer Wörter, „Ä unarrä Bräntä“, von Heinz, dem Mann unserer BPW Esther Heldstab, gelernt habe. Sie fühlt sich wohl in der Schweiz und ist dankbar, in Serneus eine neue Heimat gefunden zu haben. Renée gibt auch uns den Rat, uns selber treu zu bleiben und stolz auf unsere Heimat zu sein. Ihre Schilderungen in Prättigauerdeutsch und Englisch berühren uns alle sehr.

Renées eindrückliche Erzählung hätte für eine Kerzenlichtfeier passender nicht sein können. Wir sagen herzlichen Dank dafür und auch für die warme Gastfreundschaft, und den schönen Abend den wir im Restaurant Gotschna bei ihr, ihrem Mann Al Thöny und Team verbringen durften. Ein Dank auch an Michaela Wolf für die Organisation des Abends.



Text und Fotos Corinne Gut Klucker




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Veröffentlicht
14:53:29 23.02.2018